„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Doch wir können schon einiges von den Reisevorbereitungen berichten. Eigentlich hatten wir es uns in Zeiten des Internets ganz einfach vorgestellt: bahn.de aufrufen, Reisedaten eingeben, passende Verbindung raussuchen, buchen, bezahlen und dann der Reise entgegenfiebern!

Aber Wunsch und Wirklichkeit klaffen bei der Deutschen Bahn leider weit auseinander. Online mehr als 90 Tage im Voraus buchen? Geht nicht. Stellplätze für Fahrräder und Anhänger reservieren? Nur teilweise möglich. Kosten für die Reservierung eines Anhängerstellplatzes herausfinden? Nicht eindeutig klärbar. Nach stundenlanger Suche und Recherche im Netz geben wir schließlich auf.

Im Reisezentrum

So machen wir an einem wunderbar warmen Maisonntag einen Familienausflug zum Hauptbahnhof Köln, um auf althergebrachte Weise die Fahrkarten am Schalter zu kaufen. Im hochmodernen, klimatisierten Reisezentrum ziehen wir ein Nümmerchen und warten. Unser Sohn ist begeistert, denn mit uns wartet eine ältere Dame mit Hund. „Da. Wau-wau.“ und schon krabbelt er los, um nähere Bekanntschaft mit dem Vierbeiner zu knüpfen. Doch bevor die beiden eine Freundschaft fürs Leben schließen können, dürfen wir an den Schalter.

Doch anders als im Netz erwartet uns hier Service pur. Auch wenn wir unser Plan, entspannt mit dem Nachtzug nach Roskilde zu reisen, ins Wasser fällt. „Die Fahrradstellplätze sind die ganze Woche ausgebucht. Sommerferien!“, erklärt uns der nette Schalterbeamte. Es gibt sage und schreibe acht Stellplätze für den Nachtzug Amsterdam – Kopenhagen! Wahnsinn! Doch schnell hat uns der Beamte eine Alternative herausgesucht. Die heißt allerdings: Abfahrt 6 Uhr morgens und drei Umstiege. Aber wir haben keine andere Wahl.

Der Servicemitarbeiter legt sich nun richtig ins Zeug. Prüft und vergleicht, telefoniert und tippt. Nach fast einer Stunde steht unser Reiseplan nach Dänemark und zurück. Wir fahren mit Umstiegen in Hamburg, Flensburg und Kolding von Köln nach Roskilde. Für die Rückfahrt klappt es glücklicherweise mit Plätzen im Nachtzug von Kopenhagen nach Köln. Auch wenn es nur zwei Stellplätze gibt. „Die nehmen Sie schon mit,“ lächelt uns der Mann an.

Dänemark – wir kommen!

Schließlich nach fast zwei Stunden im Reisezentrum, viel Diskussionen und Überlegungen, neuen Erkenntnissen, einer Zwischenzahlung halten wir dem einsatzfreudigen Schalterbeamten sei Dank endlich unseren Stapel Fahrkarten in den Händen. Noch einmal erklärt er uns, wofür welches Ticket ist. Wir sind sehr glücklich, dass wir (fast) wie geplant am 18. Juli unseren Radurlaub in Dänemark antreten können und sogar noch Geld gespart haben. Für roundabout 350 Euro reisen wir drei mit unseren vier Gefährten nach Dänemark hin und wieder zurück.
Wir bedanken uns vielmals für den großartigen Einsatz. Dänemark – wir kommen!

 

 

→ Teil 2: Dänemark: Dreimal Umsteigen und schon sind wir da

  • HINWEIS: Bahnreise mit Radanhänger Stellplätze können bei der Deutschen Bahn nicht online reserviert werden. Ein Stellplatz (und nicht, wie öfter gesagt wird, zwei) muss dafür reserviert werden. In einigen Radforen wird von einem Trick für Regionalzüge berichtet: Den Anhänger als Kinderwagen bezeichnen. Dazu sollte schon vor Betreten des Zuges die Deichsel entfernt werden. Da die Hänger in der Regel breiter sind als die Fahrradstellplätze, sollte der Anhänger für die Fahrt zusammengeklappt werden. Als empfehlenswert hat sich die Mitnahme von Spanngurten bewährt. Damit kann man den Anhänger an seinem Platz fixieren. Also, den Anhänger vor der Fahrt nicht zu voll packen.